Für Welpenkäufer

Welpenkäufer

Überlegungen vor dem Welpenkauf

- Sind alle Familienmitglieder mit der Anschaffung eines Hundes einverstanden?
- Ist Ihre Lebenssituation für die nächsten ca. 12 Jahre so gesichert, dass Sie gewährleisten können, dass Ihr neues Familienmitglied sein ganzes Leben bei Ihnen verbringen kann?
- Haben Sie ausreichend Platz? Ein Neufundländer gehört nicht in einen Zwinger, sondern braucht engen Familienanschluss. Er soll sich frei in Haus und Garten bewegen können.
- Ein Neufundländer hinterlässt Spuren. Hundehaare im Essen, Dreckpfoten auf den Fliesen, Hundesabber auf der Hose stören Sie nicht?
- Der Neufundländer ist eine große schwere Hunderasse, können Sie gewährleisten, dass ihr Welpe die ersten 6 Monate keine Treppen laufen muss?
- Sind Sie bereit die Kosten für artgerechte Ernährung, Tierarzt, Haftpflichtversicherung, Hundesteuer und Zubehör zu tragen?
- Wie planen Sie Ihren Urlaub für die nächsten Jahre? Können Sie Ihren Neufundländer mitnehmen oder haben Sie eine Person, der sie zu 100% Ihren Hund anvertrauen können und die Ihr Hund auch mag?
- Der Neufundländer ist ein großer Hund, der erzogen werden muss, damit er als Freund mit Ihnen in allen Lebenssituationen zurecht kommen kann. Wollen Sie das?
- Ein Hund fragt nicht nach dem Wetter – er genießt und braucht seine täglichen Spaziergänge bei jedem Wetter? Sind Sie dazu bereit?
- Ein Welpe muss die erste Zeit rund um die Uhr betreut werden – können Sie das?
- Haben Sie sich mit der Rasse Neufundländer auseinandergesetzt? Ist er der richtige Hundetyp für Sie? Haben Sie Bücher gelesen, Menschen mit Neufundländern getroffen oder einen Züchter besucht?
- Haben Sie sich mit den rassetypischen Eigenschaften auseinandergesetzt?
- Der Neufundländer ist sehr menschenbezogen, er sollte täglich nicht länger als ca. 3-4 Stunden alleine bleiben müssen. Können Sie das gewährleisten?
- Kann sich jemand um Ihren Hund kümmern, wenn Sie mal krank sind?
- Sie finden es toll, wenn sich Ihr Neufundländer an der Gestaltung Ihres Gartens mitbeteiligt?

Wenn Sie alle diese Fragen mit einem klaren JA beantworten können, haben Sie schon den ersten großen Grundstein für eine lange Freundschaft gelegt.

Wo kaufe ich einen Neufundländer?

Diese Frage ist eigentlich ganz leicht zu beantworten. Der Züchter sollte in einem Verein sein, der dem VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen) angehört.
Wir sind Mitglied im DNK e.V. (Deutscher Neufundländer Klub e.V.). In Deutschland gibt es nur zwei Vereine, die dem VDH angehören. Das ist der DNK und der VND.
Jetzt stellen Sie sich sicher die Frage, warum einen Hund bei einem Züchter kaufen, der Mitglied in einem VDH anerkannten Verein ist. Gibt es doch die Tageszeitungen, wo gelegentlich billig Welpen angeboten werden, den Hundehandel oder die vereinslosen Züchter.
Der VDH erlegt seinen Vereinen strenge Zuchtvorschriften. Diese sorgen unter anderem dafür, dass die beim Züchter lebenden Hunde artgerecht gehalten werden, Welpen bestmöglich aufgezogen werden und Erbkrankheiten bekämpft werden.
Ein Neufundländer darf erst in die Zucht, wenn er die Zuchtzulassung bestanden hat. Es werden verschiedene Gesundheitsuntersuchungen verlangt. Dazu gehören folgende: Hüftgelenksauswertung (Röntgenaufnahme der Hüftgelenke bezüglich der Hüftgelenksdysplasie. Hunde ab mittlerer HD sind von der Zucht ausgeschlossen), Ellbogengelenksauswertung (Röntgenaufnahme der Ellenbogen bezüglich der Ellbogendysplasie. Hunde ab Grad 2 sind ebenfalls von der Zucht ausgeschlossen), Herzuntersuchung ( Erbliche Herzkrankheiten führen zum Zuchtausschluss), Untersuchung auf Cystinurie.
Es werden nur Hunde zur Zucht zugelassen, die dem Rassestandard entsprechen und den daraus folgenden Anforderungen an Wesen und Konstitution entsprechen.
Grundsätzlich von der Zucht ausgeschlossen sind Hunde mit Wesensschwäche, mit angeborener Taubheit oder Blindheit, mit Hasenscharte oder Spaltrachen, mit erheblichen Zahnfehlern oder Kieferanomalien, mit PRA (Netzhautablösung), mit HD-D(1) bis HD-E(2), mit Herzanomalien und Herzkrankheiten, mit Entropium oder Ektropium, mit Knickrute, mit ED 2 und 3. Ebenso ausgeschlossen sind Epileptiker, kryptorchide oder monorchide Rüden, Albinos und fehlfarbene Hunde.
Die zukünftige Zuchtstätte muss von einem Zuchtwart besichtigt und abgenommen werden. Die Zuchtstätte muss bestimmte Auflagen erfüllen.
Von einer Hündin dürfen nicht mehr als 6 Würfe großgezogen werden. Hat eine Hündin zweimal einen Wurf durch Kaiserschnitt geboren, darf Sie nicht mehr in der Zucht verwendet werden. Auch darf eine Hündin nur in bestimmten Abständen einen Wurf haben und nicht bei jeder Läufigkeit belegt werden.
Hat der Züchter einen geeigneten Rüden für seine Hündin gefunden, so muss er die Verpaarung “anmelden” und genehmigen lassen.
Ein Züchter verpflichtet sich seine Welpen mehrfach (mindestens 3mal) zu entwurmen. Er muss einen Nachweis der erforderlichen Grundimmunisierung (Staupe, Hepatitis, Leptospirose, Parvovirose) durch einen internationalen Impfpass erbringen.  Jeder Welpe bekommt einen Mikrochip implantiert, dessen Nummer in die Ahnentafel  und das Zuchtbuch eingetragen werden. Die Welpen dürfen frühestens mit Vollendung der 8ten Lebenswoche abgegeben werden. Jeder Wurf wird von einem Zuchtwart abgenommen und in einem Wurfabnahmebericht dokumentiert. Jeder Welpenkäufer erhält eine Kopie dieses Wurfabnahmeberichtes. Jeder Welpenkäufer bekommt eine vom DNK ausgestellte VDH/FCI Ahnentafel.
Das sollte nur ein kleiner Einblick in das Leben eines Züchters sein. Natürlich gibt es z.B. auch vereinslose Züchter, die diesen Anforderungen entsprechen, aber das entspricht eher der Seltenheit und sollte vom Welpenkäufer genau hinterfragt werden. Vielleicht können Sie bei der Anschaffung ein paar Euro sparen, sehr oft landen diese ersparten Euros dann aber beim Tierarzt. Vom DNK werden erbliche Defekte erfasst, bewertet und planmäßig züchterisch bekämpft. Trotz all dieser Bemühungen kann ein Auftreten erblicher Krankheiten nie ganz verhindert werden, der Neufundländer ist ein Lebewesen und kein Züchter kann vorher wissen, wie die einzelnen Gene zusammenpassen. Aufzucht, Ernährung, Überbelastung in der Wachstumsphase spielen neben der erblichen Disposition auch eine sehr große Rolle. 

Der richtige Züchter

Ihr neues Familienmitglied wird sie viele Jahre Ihres Lebens begleiten. Sie sollten sich bei der Wahl des Züchters genug Zeit nehmen und es sollte ALLES passen. Im Nachfolgenden ein paar Anhaltspunkte, auf die man achten sollte. Wenn Sie diese Punkte beherzigen, sind sie auf dem richtigen Weg sich einen Neufundländer zuzulegen, wo alles bestmögliche getan wird, dass sie über viele Jahre Freude an Ihrem neuen Familienmitglied haben werden:

  • Ein gewissenhafter Züchter freut sich über eine frühe Kontaktaufnahme ihrerseits und beantwortet alle Ihre Fragen gern und nach seinem besten Wissen.
    - Der Züchter sollte Mitglied in einem VDH anerkannten Verein sein
    - Wie leben die erwachsenen Hunde? Leben sie frei in Haus und Garten? Wie verhalten sie sich gegenüber Menschen? Neufundländer brauchen die Nähe zu Ihren Zweibeinern!
    - Machen die Hunde und das “Zuhause” einen gepflegten Eindruck?
    - Die Mutterhündin sollten Sie auf jeden Fall sehen dürfen
    - Haben alle Hunde des Züchters die erforderlichen Gesundheitsnachweise? (HD, ED, Herz) Lassen Sie sich diese gegebenenfalls zeigen.
    - In welchem Alter werden die Welpen abgegeben? Dieses sollte nicht vor Vollendung der 8ten Woche geschehen!
    - Werden die Welpen rund um die Uhr betreut?
    - Dürfen Sie die Welpen besuchen? Dieses sollte spätestens ab Vollendung der 4ten Woche vom Züchter gern gesehen sein!
    - Wie reagieren die Welpen auf Sie? Sind sie neugierig, verspielt und offen? Vorsicht bei ängstlichen, aggressiven oder gestörten Welpen!
    - Ein verantwortungsvoller Züchter ist ein Hundeleben lang für seine Welpenkäufer da
    - Fragt der Züchter Ihnen Löcher in den Bauch? Ein gewissenhafter Züchter möchte über das zukünftige Zuhause seiner Babys möglichst viel wissen.
    - Beschleicht Sie auch nur ein Gefühl des Unbehagens, suchen Sie weiter nach IHREM Züchter
    - Fragen Sie sich, ob Sie Ihren Neufundländer in einem Notfall dem Züchter anvertrauen würden. Diese Frage sollten Sie in jedem Fall mit JA beantworten.
    - Sie haben das Recht, sich Ihren Züchter auszusuchen, andersrum wird ein gewissenhafter Züchter seine Babys auch nur in allerbeste Hände geben.
  • Vielleicht sind wir ja IHRE Züchter !